Requirements Engineering

Requirements Engineering stellt nicht nur die Basis für eine effiziente Produktentwicklung dar, die Spezifikation von Anforderungen sind auch immer die Basis für die Definition der Tests. Damit spielt das Requirements Engineering eine zentrale Rolle in Bezug auf Effizienz und Qualität im Software und Systems Engineering.

Gleichzeitig spiegelt sich ein Großteil der Komplexität heutiger Systeme im Anforderungs-Management wieder. Dokumentenzentrisches Vorgehen, z.B. auf Basis von MS Office Produkten, stößt zunehmend an die Grenzen. Datenbankzentrische Werkzeuge helfen die Komplexität auch an dieser Stelle zu managen.

 

IBM® Rational® DOORS

IBM® Rational® DOORS® ist eines der am längsten am Markt befindlichen Anforderungs-Management-Werkzeuge. Entsprechend umfangreich ist sein Funktionsumfang. Die Bedienung wurde bei der Einführung stark angelehnt an den MS Windows Explorer, Word und Excel. Im Groben könnte man DOORS vergleichen mit einer Mischung aus MS Word und MS Excel. Die dadurch vermeintlich einfache Bedienung war wahrscheinlich der Hauptgrund für die schnelle und weite Verbreitung von DOORS.

DOORS ist jedoch nicht einfach nur ein teures Excel, es gibt einen großen Unterschied, DOORS basiert auf einer Datenbank (Repository). Hier können neben den eigentlichen Anforderungen auch Attribute, Linkbeziehungen und verschiedene Darstelllungsformen (Views) abgelegt werden und das strukturiert, basierend auf einer Metastruktur.

Attribute und Linkbeziehungen sind die Basis zur Abbildung von Workflows, Darstellung von Traceability Analysen, Bildung von mächtigen Suchabfragen und vieles mehr. In dieser Hinsicht bietet DOORS nahezu keine Grenzen. Wem der Standard-Umfang an Funktionen nicht ausreicht kann DOORS mit der DXL (DOORS eXtension Language, eine an C angelehnte Makrosprache) nahezu grenzenlos erweitern (Was Bedienbarkeit und Up-Date Fähigkeit nicht immer gut tut).

In der Automobilindustrie und in der Luft- und Raumfahrt ist DOORS quasi ein Standard. Häufig wird bei der Auftragsvergabe der Einsatz von DOORS beim Lieferanten gefordert, und die Anforderungen (Lastenheft) werden auf Basis von DOORS bereitgestellt. Immer häufiger wird darüber hinaus auch die Traceability in das Pflichtenheft des Lieferanten gefordert, in Safety relevanten Systemen auch durchgängig bis in den Source-Code oder die Produktion. In diesen Fällen bleibt den Lieferanten derzeit fast keine Wahl, sie sind gezwungen DOORS einzusetzen. ReqIF wird hier in der Zukunft etwas mehr Flexibilität schaffen, kann aber aktuell noch nicht als Stand der Praxis angesehen werden.

Anforderungs-Management und Traceability sind eine der wesentlichen Forderungen in Automotive SPICE. Auf Basis von DOORS lassen sich hier einige der SPICE-Forderungen leicht erfüllen.

Die wesentlichen Nachteile von DOORS sind (Verglichen mit anderen Lösungen) der hohe Preis und das altbacken wirkende GUI. Wer sich davon nicht abschrecken lässt kann mit dem Einsatz von DOORS grundsätzlich nichts falsch machen.

DOORS als 'Willert OEM Edition' ist die preiswerte Lösung für Neueinsteiger und Zulieferer.

Neben den offiziellen DOORS Editionen bietet Willert Software Tools auf Basis einer OEM Edition von DOORS in Verbindung mit einem Rollout Package (User- / PowerUser Training & Unterstützung zur Inbetriebnahme) einen vergleichsweise günstigen Einstieg. Speziell für Zulieferer, die DOORS im Rahmen einer Auftragsvergabe neu einsetzen müssen ist das eine preiswerte Möglichkeit DOORS einzuführen. Die Unterstützung von Automotive SPICE, 61508 oder anderen Normen kann bei der Einführung berücksichtigt werden.

 

Managements Interest

IBM Rational DOORS ist das am längsten eingesetzte und damit am weitesten verbreitetste Requirements Management Tool (Abgesehen von Excel und Word). Insbesondere in den Bereichen Aerospace, Defence, Automotive und Railway wird DOORS häufig vom OEM für die Zulieferer vorgeschrieben, um die Traceability auch über lange Lieferketten sicher zu stellen.

Obwohl sich ReqIF als Standard zur Synchronisation zwischen Req. Eng. Werkzeugen zunehmend verbreitet, sind die betriebsbewährten Synchronisationsmöglichkeiten auf Basis von DOORS immer noch Stand der Praxis und damit die Voraussetzung für eine vollständige Traceability in Projekten mit hohen Zulieferanteilen.  DOORS kommt, auf Grund seines Alters, heute etwas altbacken daher. Dem begegnet IBM seit einigen Jahren mit einer Neu-Entwicklung: DOORS Next Generation‘.

DOORS und DOORS Next Generation in Verbindung mit IBM Jazz und OASIS OSLC sollte aus rein betriebswirtschaflichen Gesichtspunkten  grundsätzlich in den Rahmen von möglichen Requirements-Lösungen einbezogen werden. Sie bieten, auf Grund des Plattform Gedankens und einem Quasi Industrie Stadard, einen überdurchschnittlich hohen Grad an Absicherung von Return of Invest.