Polarion Requirements

Polarion ist ein echter Newcomer unter den Anforderungs-Management-Lösungen. Es bezeichnet sich als ALM Lösung, was bedeutet, dass es über den eigentlichen Umfang des Anforderungs-Managements weit hinaus geht. So können mit Boardmitteln von Polarion auch Prozesse (Change Management, Error Management, Test Management) sehr gut abgebildet werden.

Historisch gesehen adressiert Polarion sogar die Abbildung von Prozessen (ALM) besser, als das eigentliche Anforderungs-Management. Wichtige Eigenschaften des Anforderungs-Managements sind erst vor einigen Jahren als funktionale Erweiterungen im Produkt aufgenommen worden. Z.B. die dokumentenzentrische Darstellung von Anforderungen, um Lastenheft und Pflichtenheft besser abbilden zu können.

Hier wurde dann auch gleichzeitig eine sehr gute Anbindung an MS Word implementiert. So können nicht nur Word Dokumente relativ einfach in Polarion importiert werden, es wird auch das so genannte Word Roundtripping unterstützt. Es kann z.B. ein Polarion Dokument zu Word exportiert werden, dort geändert und dann wieder zu Polarion importiert werden. (Interessant, wenn einige Stakeholder ,pas du tout‘ nicht dazu zu bewegen sind mit einem Anforderungs-Management-Tool zu arbeiten.)

Im Vergleich zu DOORS deckt Polarion nahezu alles an Funktionen ab, bietet darüber hinaus aber auch noch eine Menge Workflow Funktionalität, die in DOORS nicht zu finden sind. Lediglich im Bereich Traceability Analysen hat DOORS immer noch mächtig die Nase vorn.

Aber auch im Bereich Traceability hat Polarion noch einen Vorteil. Dadurch, dass das SVN als Repository genutzt wird, lassen sich Linkbeziehungen ganz einfach in das ganze SVN Repository ziehen. Wird z.B. auch der Source-Code in SVN abgelegt, lassen sich die Linkbeziehungen von den Anforderungen zum Code sehr leicht abbilden.

Evtl. noch ein Wort zum Bedienfrontend. Polarion kommt als reine Web-Oberfläche. Das hat Vor- und Nachteile. Die Bedienung ist gegenüber einem Rich Client gewöhnungsbedürftig und an manchen Stellen vergleichsweise nicht ganz so effizient. So wird z.B. nach dem Speichern häufig wieder in das Basis Menü gesprungen, was in manchen Situationen lästig sein kann. Es hat aber auch den großen Vorteil, dass keine Client Installationen notwendig sind. Das Upgrade auf eine neue Version z.B. beschränkt sich auf den Server. Es ermöglicht auch Stakeholdern, die eigentlich nicht regelmäßig mit Polarion arbeiten, kurzzeitig und ohne Aufwand einen Zugang einzuräumen, damit sie z.B. das Pflichtenheft reviewen können.

Rund herum ist Polarion verglichen mit dem gelieferten Funktionsumfang eine im Preis-Leistungsverhältnis sehr günstige Lösung. Es beinhaltet Funktionalitäten, für die in anderen Lösungen in der Regel mehrere Werkzeuge angeschafft werden müssten.

Wer also keine Abhängigkeit zu anderen Lösungen hat, weil z.B. der Auftraggeber etwas vorschreibt, der sollte sich Polarion auf jeden Fall ansehen.

 

Managements Interest

Polarion kommt historisch aus dem Bereich Workflow- und Workload-Management. Auf Basis von Workitem Typen lassen sich alle Arten von Arbeits-Tasks darstellen. Das ermöglicht die Abbildung von agilen Frameworks wie SCRUM bis hin zu Bug Tracking. Und alles lässt sich miteinander verlinken und in Beziehung setzen. 2010 sind die Darstellung von Workitems in Form von Dokumenten dazu gekommen, und damit ist Polarion inzwischen auch eine vollwertige Anforderungs-Management-Lösung.

Das Smarte ist, dass Anforderungs- Workflow und Workload-Management verschmelzen, was zu hochintegriertem Workflow führt. Polarion bezeichnet sich mit gutem Grund auch als ALM (Application Lifecycle Management Lösung).

Es sollte immer in Betracht gezogen werden, wenn nicht nur Anforderungs-Management, sondern auch Prozess- und Workflow-Management ein Thema ist. In diesem Fall bietet es ein nahezu unschlagbares Preis-Leistungs-Verhältnis.