Requirements Engineering

Requirements Engineering stellt nicht nur die Basis für eine effiziente Produktentwicklung dar, die Spezifikation von Anforderungen sind auch immer die Basis für die Definition der Tests. Damit spielt das Requirements Engineering eine zentrale Rolle in Bezug auf Effizienz und Qualität im Software und Systems Engineering.

Gleichzeitig spiegelt sich ein Großteil der Komplexität heutiger Systeme im Anforderungs-Management wieder. Dokumentenzentrisches Vorgehen, z.B. auf Basis von MS Office Produkten, stößt zunehmend an die Grenzen. Datenbankzentrische Werkzeuge helfen die Komplexität auch an dieser Stelle zu managen.

 

IBM Jazz DOORS Next Generation

DOORS Next Generation ist der Nachfolger des klassischen DOORS, welches ehemals von der Firma Teleologic vertrieben wurde. Auch wenn das klassische DOORS unter den Anforderungsmanagement-Werkzeugen noch immer den größten Marktanteil besitzt, so sind seine Tage doch langsam gezählt. Der Grund hierfür liegt aber nicht unbedingt am alten Design oder der fehlenden Wartung seitens IBM.  Auch nach 25 Dienstjahren ist das klassische DOORS noch immer für die grundlegenden Aufgaben im Anforderungsmanagement gut ausgerüstet bzw. kann über die DXL gut nachgerüstet werden ;-)
 Vielmehr hat das klassische DOORS genau das gleiche Problem, wie viele andere Engineering-Werkzeuge auch.
Lange Zeit war es gang und gäbe, einem Problem bzw. einer Aufgabe mit einem Werkzeug zu begegnen. So wurden für alle möglichen Fachdisziplinen im Projekt spezialisierte Werkzeuge eingekauft und eingesetzt.

Schließlich benötigt man…

  • für Projekte im Bereich von „Functional Safety“ Werkzeuge, welche die Aufgaben des Anforderungsmanagements und Testmanagements abdecken und möglichst noch Prozesse und Workflows abbilden können
  • Taskmanagement und Scrumlösungen für die agile Entwicklung
  • Versionierung und Baselining, um den zeitlichen Verlauf von Dokumentation und Code zu verwalten
  • Variantenmanagement, um vom „Clone and Own“ wegzukommen
  • Bugtracker, um die Fehler zu verwalten
  • Modellierungswerkzeuge, um mit SysML, UML und MATLAB grafische Abstraktionsebenen einzuziehen, damit komplexe Sachverhalte wenigstens ansatzweise verstehbar werden
  • etc…

Für alle obigen Aufgaben gibt es sehr gute Lösungen am Markt, welche ihre Disziplin gut bis perfekt beherrschen. Nur das eigentliche Problem liegt nicht in den Werkzeugen, sondern zwischen den Werkzeugen. Eine fragmentierte Toollandschaft krankt an ihren vielen Schnittstellen. Daten müssen von Tool A nach Tool B transportiert werden. Welches Tool ist der Master für welche Daten / Attribute? Wie bekommt man mit, wenn sich Daten in einem Tool ändern? Wie werden die Daten auf die unterschiedlichen Metastrukturen der Werkzeuge gemappt? …
Da es oftmals keine fertigen Konnektoren gibt, müssen in Folge eigene Schnittstellen programmiert und gepflegt werden, was wiederum Ressourcen von der eigentlichen Projektarbeit abzieht.

Eine Antwort auf das obige Dilemma liegt in dem Einsatz sogenannter hochintegrierter Lösungen, welche möglichst viele der zuvor erwähnten Disziplinen abdecken. Solche Werkzeuge bezeichnen sich selbst meist als ALM (Application Lifecycle Management), PLM (Product Lifecycle Management) oder CLM (Collaborative Lifecycle Management) Lösung.

DOORS Next Generation ist Teil einer solchen Lösung – und hier liegt der große Mehrwert. Man kann sich DOORS Next Generation als eine Art „App“ vorstellen, welche im Gesamtsystem (IBM Jazz Plattform) für das Anforderungsmanagement verantwortlich ist. Bei Bedarf wird DOORS Next Generation durch andere Jazz App’s ergänzt, welche dann Funktionalitäten für Testmanagement, Task- und Workflows, Modellierung, Varianten, Versionierung,… bereitstellen. Dennoch, jedes noch so umfangreiche ALM, PLM, CLM Paket hat seine Grenzen. In Folge müssen an einigen Stellen doch wieder spezialisierte Lösungen eingesetzt werden.
Aus diesem Grund nutzt die Jazz Plattform zur internen und externen Kommunikation den offenen OSLC (Open Services for Lifecycle Collaboration) Standard. Durch diesen Standard wird keine gemeinsame Datenbasis mehr benötigt. Werkzeuge können ihre Daten (bspw. Anforderungen, Testfälle, Defects, UML / SysML Elemente, …) anderen Werkzeugen über die gemeinsame OSLC Schnittstelle anbieten. Andere Werkzeuge können diese Daten dann beispielsweise lesen, editieren, ein Mapping in den eigenen Datenpool anstoßen oder lediglich Fremddaten über die eigene GUI darstellen. Neben den öffentlichen Daten können Werkzeuge aber auch ihre private Daten vorhalten, welche die eigene Toolgrenze nicht verlassen dürfen. Weiterhin kann ein Werkzeug über OSLC bestimmte Dienste (Services) anbieten. So könnte zum Beispiel ein Werkzeug, welches automatisierte Tests durchführt, seine Testfälle und Ergebnisse über einen OSLC Service des IBM Rational Quality Manager im selbigen anlegen. 
Der von IBM initiierte OSLC Standard wurde 2013 an die OASIS (non-profit Gesellschaft, welche freie Standards weiterentwickelt) übergeben. Seitdem sind viele weitere Hersteller auf den OSLC-Zug aufgesprungen.

Neben der hohen Integrationsfähigkeit gibt es natürlich noch andere gute Gründe, die für den Einsatz von DOORS Next Generation sprechen:

  • die gesamte Bedienung erfolgt über einen Webbrowser (es entfällt die Installation eines DOORS Clients)
  • Linkregeln und Linktypen werden nun an einer zentralen Stelle konfiguriert
  • Attribute und Views gelten nicht nur in einem Modul (Dokument)
  • die Metastruktur wurde gegenüber dem klassischen DOORS um Artefakt- (Object-) Typen erweitert
  • Traceability Analysen und Suspect Mechanismen wie im klassischen DOORS
  • MS Office Dokumente lassen sich nun mühelos über Schlagwort-Regeln importieren
  • eingebaute ReqIF Funktionalität
  • komfortables, kolloboratives Arbeiten an einem Modul (Dokument)
  • Ganze Projekte lassen sich durch die eingebaute „Stream“ Funktionalität nun in unterschiedliche Branches zerlegen und bei Bedarf auch wieder zusammenführen oder lediglich vergleichen. Auf diese Weise können beispielsweise Varianten und Versionen effizient und einfach gepflegt werden.


Schon im Einzeleinsatz ist DOORS Next Generation in weiten Bereichen gegenüber dem klassischen DOORS überlegen. Komplett abgehängt wird die klassische DOORS Variante, sobald die Funktionalität von DOORS Next Generation durch andere Jazz-Werkzeuge oder OSLC-fähige Tools ergänzt wird. 
Natürlich sollte auch berücksichtigt werden, dass IBM seine Ressourcen für die Entwicklung vorwiegend in zukunftsfähige Produkte steckt. Somit ist klar das DOORS Next Generation / die Jazz Plattform schon im mittelfristigen Einsatz die bessere Wahl sein dürfte.

Haben wir Ihr Interesse an DOORS Next Generation geweckt? Setzen Sie noch die klassische DOORS Variante ein und interessieren sich für eine objektive Gegenüberstellung, bzw. für mögliche Migrationsszenarien?
Sprechen Sie uns gerne an!